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Skurriler Poet und junge Gurus

Zehn Bands sorgen für Farbe beim Open Air

Tanna/MZ. Bombiges Wetter, musikalische Vielfalt auf der Bühne und durch die Bank gut gelaunte Besucher auf dem Terrain. Das waren wohl die drei wichtigsten Zutaten, die am Wochenende das Open Air in und rund um den Kuhstall Tanna wieder zu einem musikalischen Großereignis wachsen ließen. Auch, weil sie ziemlich bunt geworden ist, die Open-Air-Welt in Tanna.

Denn bestimmten früher oft Bands mit Blues und Rock im Blut maßgeblich das Flair auf der Wiese, so sind diesmal mit reichlich zelebrierten Reggae-, Ska- oder angepunkten Polka-Hymnen doch so einige Farbnuancen hinzugekommen.

Insgesamt zehn Bands machten sich daran, die Kuhstall-Fangemeinde zu beglücken. Bereits am Freitag entpuppten sich die Bühnenangebote von “Jamboree”, “Yellow Umbrella”, “Silence of Storm” und “Stolid Heads” als Publikumsmagnet und für so manchen Tanna-Reservisten zeitweise als geistige Verjüngungskur.

Und auch der Sonnabend hatte jede Menge an Aha-Momenten zu bieten. So etwa bei Vicki Vomit, der mit seinem “Mutschekübchen” die Bühne und den knacke-vollen Platz davor ruck, zuck in gewohnt skurriler Weise in einen schnodderigen Rummelplatz verwandelte.

Der Vomit ist bekannt für seine Botschaften, die eigentlich niemand wirklich braucht. Doch wo der schrille Poet auch auftaucht: Immer wieder schafft er es, dass einem irgendwann der Verstand absäuft und das Herz verzückt errötet.

In diesem Sinne errötet, tobten sich dann auch in Tanna um die 300 Herzen fast zwei Stunden lang bei Vomit aus.

Nicht minder stimmungsintensiv war auch das, was “Nervous Breakdown” bot.

Hier erlebte die Rolling-Stones-Ära ein jugendlich-aufgepepptes Comeback. Hier entpuppten sich Musiker, die allesamt weit nach der Zeit von Mick Jagger und Co im Geburtenregister nummeriert wurden, als ausgeschlafene “Rolling-Stoner”. Mehr noch. “Nervous Breakdown” erwies sich als eine Band, die es instrumental sattelfest und optisch erfrischend und extravertiert versteht, die Botschaften der alten Rock’n'Roll-Gurus ins Heute zu transportieren.

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